Workshops & Arbeitsgruppen

Am Donnerstag, den 06.10.2016 finden in der Zeit von 13:00 bis 16:00 Uhr Workshops statt, für die Sie sich gegen eine Gebühr von 90 Euro anmelden können. Bitte beachten Sie, dass für die Workshops lediglich begrenzte Teilnehmerplätze zur Verfügung stehen und die Anmeldung nur im Rahmen der Kongressregistrierung möglich ist. Die Vergabe der Plätze erfolgt nach Eingang der Registrierungen. Die Workshops finden ab einer Teilnehmerzahl von fünf Personen statt.


Am Samstag, den 08.10.2016 finden die Arbeitsgruppentreffen statt. Die Anmeldung sowie die Information über die genauen Zeiten erfolgt über die jeweiligen Sprecher.



Workshops

Donnerstag, 06.10.2016, 13:00 – 16:00 Uhr


Workshop 1:

Andrea Petermann-Meyer (Aachen) – Ente, Tod und Tulpe: Kann man sich an Tod und Sterben gewöhnen?

Jeden Sonntagabend verfolgen Millionen Deutsche Mord und Totschlag im Tatort – und finden das ganz gewöhnlich. Das Gespräch über das persönliche Sterben aber stockt. Der Tod bewegt / beschäftigt ja nicht nur die Kranken – auch die Gesunden. Die Auseinandersetzung mit dem Tod begleitet – bewusst oder unbewusst – jedes Leben. In diesem Workshop geht es um den Prozess der Annäherung, den Patienten und Angehörige durchlaufen können, wenn eine lebensbegrenzende Erkrankung wahrgenommen und thematisiert wird. Wie funktioniert eine solche Annäherung? Beispielhaft greifen wir zurück auf den Annäherungsprozess, den Kinder und Jugendliche durchlaufen, wenn sie zunehmend in das Wissen um die eigene Sterblichkeit und den eigenen Tod hineinwachsen. Vielfältige Einflussfaktoren sind dabei bekannt. Können Psychoonkologen aus dem Wissen um diesen ganz natürlichen Prozess hilfreiche Interventionen für die Arbeit mit Krebspatienten und ihren Familien generieren? In seinem Buch "Ente, Tod und Tulpe" beschreibt Wolfgang Erlbruch einen solchen gelungenen Annäherungsprozess.



Workshop 2:

Frank Schulz-Kindermann (Hamburg) – Sinn-Volle Begegnungen. Existenziell-psychotherapeutische Überlegungen in der Arbeit mit fortgeschrittenen Erkrankten.

In der psychoonkologischen Arbeit mit fortgeschritten Erkrankten sind wir regelmäßig mit herausfordernden Fragen nach Sinn, Hoffnung, Isolation und Autonomie konfrontiert. Neben supportiven Interventionen kommt existenziell-psychotherapeutischen Überlegungen ein zentraler Stellenwert zu, denn Schwerkranke beschäftigen sich nicht nur mit Themen wie Abschied, Trauer und Verlust, sondern auch mit solchen der Lebendigkeit und gespannten Erwartung.
In dem kleinen Workshop arbeiten wir auf dem Hintergrund theoretischer Einführungen in existenzialphilosophisches Denken, mit Fallbeispielen aus der psychoonkologischen Praxis und kollegialem Erfahrungsaustausch.


Workshop 3:

Frank Vitinius (Köln) / Alexander Wünsch (München) – Train-the-trainer Workshop für Kommunikationstrainings. Erfahrungsaustausch und Praxistipps zur erfolgreichen Durchführung eines Kommunikationstrainings

Kommunikative Fertigkeiten gewinnen in der ärztlichen Tätigkeit und der medizinischen Ausbildung immer mehr an Bedeutung. Im Nationalen Krebsplan wurde verankert, dass alle in der Onkologie Tätigen über kommunikative Fertigkeiten verfügen sollen [BMG 2011]. Ein Konsensuspapier europäischer Kommunikationsexperten [Stiefel et al, 2010] beschreibt Eckpunkte, wie kommunikative Fertigkeiten am besten vermittelt werden sollen. Bei der Durchführung solcher Trainings können Schwierigkeiten und Herausforderungen auftreten, die wir in dem Workshop diskutieren wollen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten wollen. Ziel des Workshops soll sein,

  • einen konkreten Einblick über die Durchführung eines solchen Trainings zu geben
  • die Teilnehmer vorzubereiten, ein solches Training durchzuführen
Der Workshop soll
  • einen Austausch über erfolgreiche Komponenten bei der Durchführung solcher Trainings bieten
  • potentielle Lösungen von Barrieren und Schwierigkeiten diskutieren
  • an einem konkreten Anwendungsbeispiel exemplarisch zeigen, wie ein solcher Workshop durchgeführt werden kann.



Workshop 4:

Michael Köhler (Magdeburg) – Psychoonkologische Spezifika junger Erwachsener mit Krebs

Krebserkrankte Adoleszente und junge Erwachsene (AYA, Adolescents and Young Adults) sind eine Patientengruppe mit einem heterogenen Beanspruchungsprofil. In der klinischen Begleitung und Behandlung stellen sie allerdings eine Reihe von gemeinsamen, charakteristischen Herausforderungen an die ärztliche, psychotherapeutische und pflegerische Kompetenz. Die Bezeichnung „AYA“ hat sich mittlerweile als gebräuchlicher Terminus im Rahmen der spezialisierten Versorgung junger Krebspatienten etabliert, weil sich diese Betroffenen in ihrer seelischen Regulation und ihren onkologischen Behandlungsverläufen sowohl von Kindern als auch älteren Erwachsenen unterscheiden.
Ich möchte im Workshop einen praxisorientierten Einblick in typische Herausforderungen der klinischen Versorgung junger Erwachsener mit Krebs vermitteln und einen Überblick zu ausgewählten Maßnahmen eines onkologischen AYA-Behandlungsteams geben. Wir werden anhand von Fallbeispielen diese Spezifika junger Erwachsener mit Krebs bzgl. der Zeit der Tumortherapie (ON-Treatment) und Nachsorge (POST-Treatment) gemeinsam durcharbeiten und diskutieren.


Workshop 5:

Klaus Hönig (Ulm) – Hypnotherapeutische Interventionen bei Schmerzen

Der Workshop bietet einen praxisorientierten Einblick in hypnotherapeutische Strategien zur Behandlung von Schmerzen. Ziel der Interventionen ist es, die Selbstmanagementfertigkeiten der Betroffenen zu stärken. Für den Bereich chronischer Schmerzen wird ein umfassendes neurobehaviorales Modell für die wirksame Nutzung hypnotischer Suggestionen vorgestellt. Neben inhaltlich-theoretisch Ausführungen wird das therapeutische Vorgehen praktisch demonstriert.



workshop 6:

Beate Hornemann (Dresden) – Angehörige im Spannungsfeld zwischen Betroffensein und Helfenwollen

Im Kontext einer Krebserkrankung steht der Patient im Fokus der ‎direkten Aufmerksamkeit des Behandlungsteams. Ihm gilt es (zurecht) Empathie und Wertschätzung entgegenzubringen. Angehörigen glauben häufig, dass von ihnen dauerhaft Trost und Ermutigungsverhalten, sowie generelle Duldsamkeit und die Rückstellung eigener Bedürfnisse erwartet wird. Bei langwierigen Verläufen, ob kurativ oder palliativ intendiert, scheint dies "übermenschlich " zu sein und zu neuen Belastungsquellen im familiären System zu führen. Es gilt diese möglichst frühzeitig zu identifizieren und in der Angehörigen- bzw Paarberatung zu thematisieren. Der Workshop bietet einen praxisorientierten Überblick zu interventiven Möglichkeiten. Eigene Fälle sind sehr willkommen.



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